Michael: Damit Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Magic Writing. Der Podcast, der sich darum kümmert, dass du immer die richtigen Worte für dein Unternehmen in jedem Einsatzbereich findest. Ich bin Michael und ich freue mich, dass du heute wieder dabei bist. Und für die heutige Folge habe ich wieder einen spannenden Interviewgast dabei. Sie ist die ehemalige Marketing Direktorin bei Milita Single Portions. Sie ist W &V Top 100. Und ich freue mich besonders, dass sie heute die Zeit gefunden hat, hier bei uns zu sein. Herzlich Willkommen!
Christiane: Ja, vielen Dank für die tolle Anmoderation und dass ich heute dein Gast sein darf.
Michael: Schön, dass du dabei bist. Christiane, ich habe dich ganz kurz anmoderiert, aber auch an dich die Frage für jeden Podcastgast eigentlich. Was müssen meine Zuhörer über Christiane wissen, damit sie das Gefühl hat, sie wissen alles, wichtig ist? Oder ganz kurz, wer ist Christiane?
Christiane: Ja, wer ist Christiane? Also ursprünglich komme ich aus der Architektur. Also ich habe Architektur studiert, habe dann aber meinen Weg ins Marketing gefunden. Meine erste Station war bei Betten & Company, eine Marketingstrategieberatung. Und danach war ich sehr viele Jahre bei Peek & Cloppenburg in ganz unterschiedlichen Marketingrollen und war, wie du zuletzt auch gesagt hast, bei Milita. Grundsätzlich so als roten Faden durch mein Leben und meine Karriere kann man eigentlich sagen, dass mich neue Themen und Innovationen schon immer angezogen haben. Deswegen habe ich mich schon super früh damals eben bei Pekon Klobbenburg mit Social Media beschäftigt. Damals hatte Facebook gerade StudiVZ abgelöst und mit Influencer Marketing habe ich mich schon beschäftigt. hieß es damals noch Blocker Relations, also wirklich schon sehr lange und immer offen für die neuen Themen. Und genau, zu mir privat vielleicht, ich bin Mama von zwei Jungs, die so jetzt anfangen und mitten in der Pubertät stecken. Und genau eben wie bei Ihnen merke ich halt auch, dass Neugier für mich nach wie vor auch ein großer Antrieb geblieben ist. Das hält mich wach. macht Lust auf Veränderungen und bringt mich eben auch dazu, wieder neue Dinge auszuprobieren und auch mal die Perspektive zu wechseln. Und genau diese Neugierde hat mich jetzt zum Beispiel dazu gebracht, eine Zertifizierung zur KI-Managerin zu machen. Schließe ich in wenigen Tagen ab. Genau. So viel zu mir.
Michael: Krass. Ja, also an die Zeiten, sich Facebook... Gut, ich war damals noch nicht alt genug für Studi-VZ, bei mir war es noch Schüler-VZ, was es abgelöst hat. Das waren noch andere Zeiten. Definitiv.
Christiane: Ja, und der Zweck war auch ein anderer. Aber es ist halt wahnsinnig spannend, wie so Plattformen sich einfach durch den User verändern. Und dann mit dem Erfolg natürlich jede Plattform für sich überlegt, wie kann ich das dann jetzt zu Geld machen.
Michael: Vielen Dank.
Michael: Oder auch nicht.
Michael: Oder eben auch nicht. Sie, sage ich mal, Schüler und Studivorz, die dann einfach so rückblickend, glaube ich, das Potenzial, was sie hatten, einfach nicht genutzt haben.
Christiane: Ja, genau. Weil wir jetzt in Deutschland ja deutlich stärker als Facebook.
Michael: Ja klar, definitiv. ich sag mal, gefühlt hat es jeder. Zumindest in meiner Bubble damals hatte jeder irgendwann Schüler-VZ und ist dann zu Studie-VZ. Und sag mal, es hatte ja am Anfang auch so was recht Exklusives wie... Kannst dich noch an Clap House erinnern?
Christiane: Ja, da musste man doch eingeladen werden, oder? Genau. Auch.
Michael: Richtig und so war es ja bei SchülerVZ am Anfang auch. Ich weiß nicht, ob das am Ende aufgelöst wurde, aber das hatte ja auch so was Exklusives, dass die halt eingeladen werden. Und wie gesagt, aus heutiger Perspektive haben die da viel Potenzial verschenkt, aber naja. So ist es. Du sagst jetzt, ich habe immer mal wieder neue...
Christiane: Ja.
Michael: Oder du hast immer wieder neue Dinge für... Ne, andersrum. Neugierde für neue Dinge. Da hast du ja viele Stationen jetzt schon gemacht und gerade auch größere Mittelständler, sag ich mal... Gut, inwiefern man jetzt Melitta und Pik und Kloppenburg noch als Mittelständler bezeichnen kann, lässt sich sicherlich streiten, wobei die Definition da ja auch ein Stück weit auseinandergeht. Ein Thema, was ich ja gerade auf Social Media immer mal wieder... oder schon seit Jahren schon immer auf Social Media auch einfach präsent ist, ist also dieses ganze Thema Storytelling, was ja auch dann eng mit der Kommunikation verbunden ist. Und ich sag mal, gerade auch bei einem Familienunternehmen ja nochmal eine ganz eigene Rolle hat, weil hier, sag ich mal, nimmt ja die die Rolle des Unternehmens, sodass die Markenbildung ja auch eng mit der Familie, jeweils der Unternehmerfamilie, einfach verbunden. Wie waren so deine Erfahrungen bisher damit? Wie habt ihr das bei euch genutzt? Wie eng funktioniert das auch gerade bei so größeren Unternehmen oder wie stark?
Christiane: Ja, also ein Phänomen, zumindest jetzt bei den mittelständischen Unternehmen, wo ich arbeiten durfte, war, dass klar am Anfang halt immer eine starke Unternehmerfigur stand, die dann auch für den Erfolg des Unternehmens maßgeblich, oder die den Erfolg maßgeblich getrieben hat. Aber es ist meistens so, dass diese Unternehmerfigur jetzt nicht die Person ist oder der Eigentümer, die sagt, ja, also ich möchte auf die Bühne, ich möchte eine Influencerpersönlichkeit werden. ist jetzt anders als bei, sag ich jetzt mal klassisch, mit Start-up-Unternehmen, die ganz klar mit sich als Personen auch agieren. Das heißt, da in der Kommunikation konnten wir nie jetzt auf die Personen direkt zurückgreifen und sie vorne auf die Bühne stellen, sondern die haben sich eher immer zurückgezogen. genommen, haben aber dann also das Unternehmen quasi in den Vordergrund gestellt und deswegen hat sich auch das ganze Storytelling, also meistens rund das Unternehmen oder das Produkt gedreht, also die Produkte, die Mitarbeiter, aber auch die Historie in der Unternehmensentwicklung und ihnen ist halt immer wichtig, die Erfolgsgeschichte ihrer Familie weiterzuschreiben, also weniger sich persönlich da in den Vordergrund zu stellen, sondern die Aufgabe ist immer, ich denke nicht in diesem Quartal, auch nicht ins nächste Quartal. Wir als Familienunternehmen denken langfristig in Generationen, also was kann ich meiner nachfolgenden Generation weitergeben und das haben wir meistens in der Kommunikation dann auch als Werte übersetzt, also Leitmotive definiert. Was können wir dann als Werte, als Haltung daraus ableiten? Was sind Dinge, die langfristig eben relevant sind? Und dann eben auch so eine Differenzierung herauszuarbeiten, weil das ja konkret ein anderes Asset ist, als wenn du ein, ich sag jetzt mal, equity-getriebenes Unternehmen bist. Und so kannst du auch zum Beispiel Employer Branding ganz anders betreiben.
Christiane: und eben auch manche Themen anders frameen, weil sie halt auch einen anderen Mehrwert für die Zukunft mitbringen und oftmals halt nicht kurzfristig entschieden werden, sondern halt eine langfristige Perspektive mit in sich tragen. Die Herausforderung, sage ich jetzt mal gerade bei Familienunternehmen, die schon über mehrere Generationen am Markt agieren, ist jetzt nicht so eine klassische Opa, Vater, Sohn oder Oma, Sohn, Enkelsohn zu erzählen, sondern eben, was ich vorhin schon meinte, so diese Langfristigkeit, wir denken in Generationen, in den Vordergrund zu stellen, sodass man auch Themen rund Produkte, Produktentwicklungen oder eben wie man Kundenbeziehungen managt, so frameen kann, dass es eben eine langfristige Perspektive hat. Und das ist zumindest, so ob ich es mal wahrgenommen, ein Mehrwert oder ein Asset, die Kunden oder Interessenten oder Bewerber eben auch sehr schätzen, gerade in so einer Zeit. wo man eigentlich heute nicht weiß, was passiert morgen, geschweige denn nächste Woche oder in einem halben Jahr, dass man sich zumindest in mittelständischen familiengeführten Unternehmen darauf verlassen kann, dass da eine gewisse Konstanz zu erwarten ist. Die sind dann vielleicht nicht die schnellsten in bestimmten Adaptionsthemen.
Michael: Hm.
Christiane: Aber sie geben einem eine gewisse Konstanz und wenn man das wertschätzt, ist das ein Asset, was halt auch als Differenzierungsmerkmal super funktioniert.
Michael: auf jeden Fall. ich sag mal, die die Uhren in mittelständischen Unternehmen laufen anders. Das kann man glaube ich definitiv erstmal so festhalten. Aber ich persönlich finde es eigentlich immer ein bisschen schade. Also das ist ja nicht nur ein Phänomen von so großen wie jetzt jetzt Milta, sondern das ist ja auch die kleinen mittleren, kleinen Mittelständler hier überall aus der Umgebung, ja fast unterm Radar laufen. gerade auch die, sag ich mal, Gründerfamilien oder die Familien, dann dahinter stehen, die das Unternehmen in dritter, viertel, fünfter Generation ja teilweise führen. wir haben ja Mittelständler, gucken auf 200 Jahre Geschichte zurück. Aber eigentlich kennt die keiner, zumindest so außerhalb von diesem Umfeld, sag ich mal, 30 Kilometer um den Standort. Oder du hast ja auch immer so dieses Thema der Hidden Champions. Wir haben Unternehmensmittelständler in Deutschland, die sind Weltmarktführer.
Michael: Also auch dieses Thema der HIPPEN Champions. haben ja Unternehmen in Deutschland, sind Weltmarktführer. Ich war jetzt erst beim BVM Weimar auf einer Veranstaltung, wo es diesen Automotive-Bereich ging, wo es darum geht, dass das größte Mercedes-Benz-Werk für so autonomes Fahren und so weiter, dass das hier in Thüringen steht. Keine Ahnung. Ich lebe mein ganzes Leben in Thüringen, das habe ich noch nie gehört. Und das ist ja oft auch ein Problem von Mittelständlern, finde ich, weil die eigentlich zu unrecht... einfach hinten Champions sind und so unbekannt sind. ich sag mal klar, wenn man jetzt so groß geworden ist an der Stelle wie Melitta zum Beispiel oder Pekka und Kloppenburg, dann hat man auch über das ganze Thema oder über diese regionale Begrenzzeit einfach ja einen Ruf drüber hinaus. Aber
Christiane: glaube, das was du beschreibst ist eher ein Phänomen in mittelständischen Unternehmen, die im B2B-Segment agieren. Weil da hast du ja auch gar nicht die Notwendigkeit, quasi laut agieren zu müssen und quasi in der Öffentlichkeit stark zu agieren. Ich glaube, die Kommunikation funktioniert auch komplett anders.
Michael: Ja.
Christiane: Ich glaube aber grundsätzlich kollidiert das halt auch immer mit der Persönlichkeitsstruktur der Unternehmer an sich, einfach grundsätzlich per se nicht sich selbst in den Vordergrund stellen und was sie alles Tolles geleistet haben, sondern eher sich einen Schritt zurücknehmen und
Michael: Wahrscheinlich.
Christiane: eher versuchen, den Erfolg des Unternehmens für sich sprechen zu lassen und das hinter oder vor die eigene Persönlichkeit zu stellen. Das ist, glaube ich, allen Familienunternehmen so. Ich weiß nicht, ob die das mit in die Wiege gelegt bekommen, aber das ist so ein Phänomen, was ich wahrnehme, dass die von der Persönlichkeitsstruktur nicht die sind, die am lautesten schreien.
Michael: Vielleicht ist das auch so ein kulturelles Phänomen, dass wir das für ein Ding hier, sag ich mal, in Deutschland oder zumindest im Dachraum wahrscheinlich nochmal viel eher haben. sag mal, das klassische englischsprachige Marketing sieht da ja ganz anders aus. Ist ja auch viel lauter, viel bunter und da treten dann glaube ich auch die Mittelständler in dem Sinne nochmal anders auf.
Christiane: Knochen.
Michael: kann schon sein, dass das primär im B2B-Umfeld ist, wobei ich glaube, dass auch B2C-Mitteständler oder die sich direkt an Endkunden wenden, da noch teilweise deutlich unter dem Radar fahren.
Christiane: Wobei ich merke jetzt aber auch, dass sich zum Beispiel im Rahmen von so einem Generationenwechsel das auch kommunikativ ändert. Also wenn man jetzt zum Beispiel an Anne Marie Berlin denkt, da haben ja quasi jetzt die Kinder übernommen, die Tochter und ihr Bruder, und die sind sehr, sehr, sehr präsent auf unterschiedlichen Plattformen. und tragen dann schon auch in der Weise nochmal viel stärker kommunikativ für das Unternehmen auch in der Aufmerksamkeit und Aufklärung, was dahinter steckt, bei und nehmen da eine ganz andere Rolle ein. Vielleicht ist es auch ein Generationenthema, hatte ich mir auch schon überlegt, dass
Michael: Kann... kann auch sein.
Christiane: Weil gerade das Thema wie LinkedIn ist ja auch für, also jetzt, sag jetzt mal, im ursprünglichen Ansatz ja eher ein professionelles Netzwerk, wo man Expertise untereinander austauscht und versucht zu netzwerken. Also ist ja jetzt klassischerweise nicht so ein Aufmerksamkeits-Social-Network wie andere, wie Instagram oder sonstige. Und das ist eigentlich so ein Netzwerk, wo ich merke, dass diese Generation an Unternehmern und familiengeführten Unternehmen diese Bühne auch stärker für sich nutzen, da auch persönlich aufzutreten und gerade eben die Geschichte hinter der Familie und die Werte erklären zu können. das erlaubt ja auch eine Erzähldauer. und eine Geschichte aufzubauen und muss ja gar nicht so kurzlebig funktionieren wie eine Social-First-Kampagne, die man über TikTok oder Socials spielt, sondern gerade solche Netzwerke sind dafür eigentlich total super geeignet. Und da merke ich schon, dass viel mehr jetzt gerade der jüngeren Generation diese Plattformen auch für sich nutzen. Vielleicht ist es auch einfach ein Generationenthema, wie man eben mit Social Networks und Plattformen aufwächst und wie man
Michael: Ja klar.
Christiane: welches Gefühl man damit verbindet, wie man das für sich nutzen möchte und eben auch für den Unternehmenserfolg nutzen möchte, könnte ich mir vorstellen.
Michael: Das wird sicherlich auch da eindeutig mitspielen, weil ich sag mal, gerade bei den größeren Unternehmen, die Generationen, die das gegründet und aufgebaut haben, die sind ja teilweise auch schon jenseits der 60, 70, mitunter, dass die jetzt nicht anfangen sich einen TikTok-Kanal aufzubauen. Ja klar. Wobei ich auch bei LinkedIn, sag ich mal, da einen Wandel beobachte schon über Jahre, dass es mehr Richtung Aufmerksamkeit wird. sag mal, das wird ja auch... von dem einen oder anderen immer mal wieder kritisiert, dass es mehr zu Facebook und Instagram wird, wobei ich das ähnlich sehe, wie du es am Anfang gesagt hast. Die Plattform entwickelt sich mit ihren Nutzern und wenn Nutzer halt mehr Richtung Aufmerksamkeit, sag ich mal, und bunte, schrille Texte, Bildchen gehen, warum soll sich nicht auch die Plattform dahin entwickeln? Also ich sag mal, was nutzt es mir, wenn ich meine professionellen Standards halte und dann keiner mehr auf der Plattform ist? Dann wird LinkedIn zum nächsten Gsing und irgendwann ist keiner mehr da. Wobei, wie gesagt, ist Generationen auf jeden Fall. Ich sag mal, ein Beispiel auf B2C ist ja, dass die Firma ehemals Hitschler jetzt Hitschies, da hat der jetzt auch der nächste Gründer, ich komm gerade nicht auf seinen Vornamen, hat er jetzt auch, tritt da jetzt auch ganz anders auf Social Media auf, als sag ich mal die Generationen davor.
Christiane: Ja.
Christiane: Ja.
Christiane: Ja.
Christiane: Ja total. Der ist ja auch so weit gegangen, dass er den Namen geändert hat. Also von Hitchler zu Hitchies. Der hat ja radikal dann einen Umbruch geschafft. Aber natürlich auch wohl wissend, welche Zielgruppe spricht er eigentlich an mit seinen Produkten und hat da natürlich auch konsequent darauf reagiert. Aber ich glaube, so was funktioniert halt.
Michael: auch ein unding
Michael: Ja sicher.
Christiane: auch nur, wenn du als Unternehmerpersönlichkeit auch authentisch auf den Plattformen agierst. Und dem nimmt man es halt total ab, dass der halt eine gewisse Art von Verrücktheit mitbringt und aber halt auch Spaß damit hat in seiner Rolle und wie er die Plattformen bespielt. Das kannst du halt niemanden aufzwingen. Und das meine ich auch. Du musst auch immer gucken.
Michael: Gottes willen,
Christiane: Wem begegnest du da in der Rolle auf Unternehmenseite und bringt er das mit? Man kann da keinen rein zwingen, dann wird es auch nicht authentisch und dann funktioniert es auch nicht. Dann haben beide Seiten, glaube ich, eher einen Cringe-Moment. Und das ist dann auch nicht förderlich. Aber er lebt es ja total und das geht ja auch scheinbar auf. das System und wie gesagt TikTok, die ja auch als eine der ersten für sich entdeckt und spielen da die Klaviatur wirklich professionell rauf und runter und auch allein dieses Thema die Community mit reinzunehmen in die nächste verrückte Produktentwicklung oder Produkte ganz anders und eben TikTok-affin auch nutzen kann. Dieses, ich weiß nicht, ob du das mitbekommen hast, die sauren Drachenzungen eben im Gefrierschrank zu gefrieren und dann so die ersten Bisse und so. Das ist ja ASMR pur mit Food, das eignet sich ja perfekt. Das ist ja für TikTok quasi geboren, dieses Konstrukt. Genau.
Michael: Hm.
Michael: Ich kenne das von meiner Frau, die hat das auch total...
Michael: Ja, auf jeden Fall. Ja, definitiv. ich sag mal, sowas darf ja auch wachsen. Ist ja am Ende egal, ob ich jetzt sage, ich will den Unternehmer oder die Unternehmensführung, Gründungsfamilie, wie auch immer in den Fokus stellen oder ich sage, was ja auch immer wieder ein Thema ist, gerade im Zusammenhang mit Personalkampagnen oder Employer Branding. Ich stelle, sag ich mal, meine Mitarbeiter und das Thema Corporate Influencer einfach in den Fokus. Aber auch das muss ja gewollt sein. sowohl seitens des Unternehmens als auch ja am Ende seitens der Personen. Also wenn ich jetzt jemanden habe, wo ich genau merke, der hat eigentlich gar keinen Bock drauf und der fühlt sich total unwohl vor der Kamera und liest da jetzt nur ein vorgefertigtes Skript ab, ja, dann schade ich ja der ganzen Sache mehr als ich am Ende nutze. Aber wie gesagt, sowas darf ja gerne wachsen. Hast du aus deiner Erfahrung da... Vielleicht auch mit den Unternehmen, in denen du bereits warst. Einfach mal ein paar Beispiele von konkreten Kampagnen, wo ihr einfach auch mal gesagt habt, wir machen es vielleicht mal anders, gehen jetzt mal neue Wege, wir gehen jetzt mal raus und probieren mal was anderes.
Christiane: Jetzt im Bereich Employer Branding oder was meintest du?
Michael: Nö, Marketing direkt. Employer-Bending war jetzt nur das Beispiel, bei dir anzuknüpfen, weil du ja sagst, dass das muss gewollt sein.
Christiane: okay. Ja, also zum Beispiel war ich in meiner Zeit bei P &C. Da war es immer so, es ist ja eine gewachsene Marke mit auch über 100, 110, 100, ich weiß jetzt gar nicht wie alt sie jetzt wirklich sind, 120 Jahre Historie verknüpft. Das heißt, wenn man neue Dinge ausprobiert, läuft man natürlich auch immer schnell Gefahr, was an den gesetzten Werten und dem gesetzten Image quasi zu verlieren und eine super Strategie, Innovationen und neue Themen und Ansätze auszuprobieren bei P &C war zum Beispiel das mit dem Eigenmarken-Portfolio auszuprobieren. Die haben ja in ihrem Produkt-Sortiment auch eigene Fashion-Brands, also McNeil, Christian Berg, Jakes, Revue für die unterschiedlichen Zielgruppen, Preissegmente und Stilrichtungen. Und so haben wir dann eben Themen wie, was heißt denn jetzt Social Media auf Facebook konkret fürs Marketing, halt das erste Mal mit diesen Brands ausprobiert und erste Use Cases erarbeitet, erste Kampagnen und so ein bisschen das Test and Learn fällt, abseits der, sag ich jetzt mal, Unternehmensmarke für uns erschließen können, ohne das Risiko jetzt dramatisch Fehler begehen zu können müssen oder Gefahr zu laufen, Fehler zu machen, die dann eben auf die Marke auch zurückfallen. Und das war natürlich super, weil darüber konnten wir Erfahrungswerte sammeln. Die Unternehmensleitung und die Entscheider konnten halt auch wirklich gelaufene Kampagnen anschauen und haben das dann auch besser verstanden, was das konkret bedeutet. Und so konnten wir schrittweise das dann eben auch für P &C umsetzen und dann halt auch Kampagnen und Maßnahmen umsetzen und eben auch Influencer.
Christiane: Kampagnen einfach auch alle beteiligt ein bisschen. sichtbarer und wärmer mit den neuen Themen zu machen. war eigentlich eine super Methode, eben so ein Feld, so eine Spielwiese zu erlauben, Dinge auszuprobieren. Dinge, die auch einfach nicht funktioniert haben, muss man auch sagen. Da haben wir auch manchmal viel Geld ausgegeben für Sachen, wo wir das total super fanden. Aber gerade auf den Social-Plattformen muss der Köder ja dem Fisch schmecken. Und dann kamen die nicht so gut an. Aber da, wie gesagt, Sowohl das Ressourcenrisiko war dann nicht so groß, als auch kein großer Imageverlust, weil das einfach dann nicht so große Relevanz hatte. Also das ist ein Tipp, würde ich jetzt mal sagen. Den habe ich mir auch so weiter genommen, zu gucken, wo finde ich denn einen Bereich, wo ich was ausprobieren kann, mit einem niedrigen Risiko-Level. Weil sonst, gerade in Familien geführten Unternehmen, wird sich dann eher dagegen entschieden als dafür. Was ich aber auch verstehen kann, weil sie tragen ja auch ein Gut mit sich, was sie über Jahre aufgebaut haben. Und genau diese Haltung hat sie ja dann auch so langfristig erfolgreich gemacht. Deswegen kann man auch nicht auf jeden Zug einfach aufspringen und alle möglichen Dinge ausprobieren.
Christiane: Also das ist auf jeden Fall was, was super funktioniert, halt sich eben so kleine Spielwiesen zu definieren, wo man sowas ausprobieren kann. Bei Itchler würde ich mal sagen, ist es halt ein ganz anderes Thema, weil das Produkt an sich zu der Zeit, wo er es übernommen hatte, ja auch das Unternehmen sich überlegen musste, was muss ich denn tun, noch langfristig auch relevant am Markt zu bleiben. Und wenn man sich dann überlegt, wie sie sich positionieren und welche Zielgruppe sie ansprechen wollen und für das Produkt bekommen,
Michael: Mmh.
Christiane: begeistern wollen. Daraus haben sich ja auch die Kanäle und die Art der Kommunikation dann logisch, sag ich jetzt mal, abgeleitet. Das ist aber ein anderer Fall. So können jetzt die meisten mittelständischen familiengeführten Unternehmen nicht agieren, weil sie einfach diese Positionierung so nicht mitbringen. Genau.
Michael: Ja gut, die haben dann wiederum andere Möglichkeiten, aber das ist ja am Ende genau das, was ich meine. Es darf wachsen, man muss sich rantasten und es ist ja gerade bei den Familienunternehmen ja auch immer noch so, wie sagst, es ist kein Equity-Unternehmen, es ist kein Start-up, sondern ich halte ja am Ende irgendwo auch mit meinem eigenen Namen dafür hin, um es im Namen von Clause 7 zu sagen.
Christiane: Genau.
Michael: da muss ich mich am Ende auch damit wohlfühlen. Aber das ist ein guter Punkt, weil ich darf ausprobieren, kann, sag ich mal, es kann wachsen und am Ende wie mit vielen anderen Dingen, ich brauche halt das nur machen, wenn ich halt auch, sag ich mal, die nötige Geduld habe, wie du eben im Beispiel gesagt hast, auch mal irgendwo was in den Sand zu setzen. Wenn ich jetzt sag ich mal da jeden Euro dreimal umdrehen muss, dann ist das definitiv nicht der Weg, den ich gehen sollte. Einfach schon daher, weil das ja... Wie du gesagt hast, die Kampagne muss dem Fisch schmecken. Es muss ankommen und niemand kann am Ende in die Zukunft sehen. Und so gut wie eine Kampagne ist, Timing und so weiter gehört auch dazu. Kann funktionieren, muss nicht. Christiane, mit Blick auf die Uhr. Wir sind... fast am Ende von unserem Interview. Eine letzte Frage an dich. Wenn jetzt ein, ja, letztendlich ein kleiner Mittelständler B2B, B2C erstmal, erstmal nebensächlich angenommen, komm jetzt auf dich zu, sag ich hier, wir wollen gerne starten, wollen gerne mehr nach draußen gehen. Ich sag mal einen Tipp hast du ja gerade schon gegeben, aber vielleicht können wir dir noch drei kleine Tipps entlocken. So gerade im Sinne von Kommunikation nach außen über Social Media, das Internet. Wie sieht das aus? Was hast du für Tipps für einen Wettständler?
Christiane: Ja, ich würde auf jeden Fall auch noch mitgeben, dass man gar nicht den Anspruch haben muss, jetzt mit einem großen Feuerwerk rauszugehen, sondern ich würde mich da vielleicht... beschränken auf was sind denn jetzt so die ersten zwei drei Themen oder Projekte die einem so natürlich am nächsten Sinn, wo man sagt ja da stehen eigentlich alle dahinter, damit fühlen wir uns wohl, mit der Geschichte können wir rausgehen und dann versuchen die zwei drei Themen halt in die richtige Kommunikation zu verpacken. Und dann eben auf der... Also das kann aber auch einfach nur sein, wir wollen einen Kanal für uns erschließen, also so ein Thema wie LinkedIn zum Beispiel, je nachdem welche Zielsetzung oder welche Problemstellung man halt auch antrifft in dem Unternehmen. Das kann aber auch sein, wie Mensch eigentlich weiß keiner, dass wir die einzigen sind, die das und das und das so und so machen. Also so ein educational Thema, wo sie sagen, wir haben eigentlich den besten Ansatz oder das beste Produkt oder wie auch immer, aber keiner weiß es, dass man das zum Zentrum nimmt und sagt, diese Botschaft, die müssen wir mal raus in die Welt tragen und wer sind denn eure Adressen, also wo muss es denn ankommen, diese Botschaft, dass man sich darüber mal Gedanken macht, also wirklich in in erst mal die 1, 2, 3 Themen greift und identifiziert, die jetzt am relevantesten und am notwendigsten sind. Und wenn das nämlich von beiden Seiten so auch gesehen wird, kriegt man da auch am meisten Speed auf die Straße und am meisten Vertrauen dann auch für vielleicht auch die Mitarbeiter und die Mitarbeitenden, die da mitgehen müssen, bei einem bestimmten Thema, das auf die Straße zu bringen. Genau, das wäre so mein zweiter Tipp. Und
Christiane: Vielleicht ein Tipp zum Anfangen, was immer super funktioniert ist. dass die meisten Unternehmen, aber auch selbst die Mitarbeiter, die schon jahrelang in den Unternehmen arbeiten, gar nicht wissen, welche tollen Geschichten sie eigentlich in sich tragen. Und was super funktioniert, wenn man einfach mal sich Zeit nimmt, mit ein, zwei, drei Personen aus unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens einfach mal anderthalb Stunden Gespräche zu führen. Also was da auf den Tisch kommt, also ich hab's schon mal auf der anderen Seite erlebt, wo dann der Interviewer meinte, Mensch daraus kann man was machen, daraus kann man was machen. Das sind einfach wertvolle Insights, wo man immer als Person selber denkt, ja, ach, das interessiert doch keinen und das sind wir jetzt auch nicht besser als alle anderen. Aber wenn du so auf der anderen Seite stehst und merkst, das steckt da alles dahinter und dann identifizierst im Spiegel, das sind relevante Themen, die könnten interessant sein. Das sind so viele Themen, Geschichten da, aus denen man was machen kann. Das ist auch ein super Ansatz, das zu identifizieren, wenn jetzt erst mal der Kunde selber keine Ahnung hat, mit was er anfangen möchte. kann man tolle Geschichten identifizieren. Genau, das wären so meine Tipps für den Anfang.
Michael: Mmh.
Michael: Sehr gut, danke schön. Ich meine, ist ja gerade das letzte, das ist ja auch so ein Phänomen bei Mittelständlern, was ich jetzt auch aus meiner Zeit erlebt habe. Du hast ja da teilweise auch Betriebszugehörigkeiten von 14, 15, 20 und mehr Jahren, wo ja dann auch teilweise Sachen dabei sind. wenn da jemanden fragst, was hast du hier schon gemacht? Ich habe ja eigentlich schon alles gemacht. Ich habe im Lager angefangen und habe dann mich über sechs Stationen bis hin jetzt zum Head of Logistics oder keine Ahnung. das ist ja, da träumen ja die meisten Konzerne von der Loyalität, sag ich mal, Mitarbeiter einem Mittelständler mitbringen. Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich Stories sehe, lese, höre. Deswegen, also da... Einfach meinen Impuls nochmal an euch. Traut euch. Geht raus. Sprecht mit euren Mitarbeitern. ja, damit haben wir es schon, Christiane. Vielen, Dank für deine Zeit, für deine Inputs, für das Wissen, deine Erfahrung, was du hier heute mit uns geteilt hast. Auch an dich da draußen, vielen Dank für auch deine Zeit, die du hier mit uns gemeinsam verbracht hast. Wenn du vielleicht jemanden kennst, der gerade auch eine Mittelständler ist oder in einem kleineren größeren Unternehmen, die sich gerade vielleicht mit genau diesem Thema tragen und der das unbedingt mal hören sollte, dann leite ihm doch diese Episode gerne einfach mal weiter. Ansonsten freue ich mich auch über meine Bewertung und ich bin damit raus. Wir hören uns nächste Woche in der nächsten Episode. Bis dahin,
Christiane: Ja, freue mich, dass wir die letzten 30 Minuten zusammen verbringen durften und für den regen Austausch zu Storytelling an sich, weil ich finde immer... Geschichten sind wahnsinnig spannend. ist meistens jede Geschichte schon einmal da gewesen, aber die Perspektive und die Art, wie sie erzählt wird, macht sie immer wieder neu und spannend. Und deswegen freue ich mich, wenn es auch weiterhin viele spannende Geschichten aus neuen Blickwinkeln gibt, die mich dann auffesseln und wieder neugierig machen auf Themen, wo ich dachte, ach, das interessiert mich vielleicht gar nicht. Deswegen freue ich mich.